BAR70W

Festival & Symposium zum 70. Geburtstag des Komponisten Klarenz Barlow

10. – 12. Juli 2016
Universität zu Köln / Alte Feuerwache Köln

„Years ago in Amsterdam I would occasionally notice a distinguished-looking Indian man sitting in cafes poring over scores with his students, or I´d see him at new music concerts scribbling down mathematical formulae on his program booklet. I formed the impression of Clarence Barlow as a forbidding, grumpy individual. When we finally met properly in 2002 I realised how wrong I´d been: Barlow is a genial, gregarious soul with a delightful sense of humour, a man who loves food, drink and convivial company. For many years he taught at both the Musikhochschule in Cologne and the Institut of Sonology in the Hague, dividing his time between the two places, before quitting Europe to become Corwin Professor of Composition in the sunnier climes of the University of California, Santa Barbara. America´s gain is our loss: the Dutch music scene seems duller without his unique blend of erudition and irreverence. He is still far too little represented on CD and in concert“.
Bob Gilmore, Interview mit Klarenz Barlow für Paris Transatlantic Magazine (Yule 2009)

Symposium

"Sounds & Structure in Language and Music"

Vorträge

  • Harald Münz: "Fruitful misunderstandings - musical composition using phonetic elements
    (Komponist, Brunel University London)
  • Peter Ablinger: "The gap between language and music"
    (Komponist, Berlin)
  • James Kirby: “Singing in tone: an introduction to tonal text-setting”
    (Linguist, University of Edinburgh)
  • Bodo Winter: “Sound symbolism and the senses”
    (Linguist, University of Birmingham)
  • Klarenz Barlow: "On Synthrumentation - the spectral analysis of speech for subsequent resynthesis by acoustic instruments"
    (Komponist, University of Santa Barbara, USA)
  • Round table zu “Perspectives in linguistics & composition”

Konzert zum Symposium

Elektronische Stücke / 8-Kanal

  • Sinophonie I
    4-kanal – 11’
  • Im Januar am Nil
    Video/2-Kanal – 16'
  • Approximating Pi
    Video/6-Kanal – 25'

Festival

Konzerte & Installationen

Konzert 1

Werke von Klarenz Barlow für Instrumente und Computer

  • ...until... – version 9 (1994)
    Suite für Klavier (1966)
  • Textmusik für Klavier – Version 8 (1973)
    Nach Heimweh noh Kölle v. Willi Ostermann
  • ...until... – version 8 (1981/2000)
    für Piccoloflöte
  • Ludus Ragalis: 12 Präludien und Fugen für Klavier
    VII. ut majeur – Kámód 1974
    IX. Si bémol – Jhinjhóti 2003
    XI. La bémol – Ðéš 2003
  • Kuri Suti Bekar (1998)
    Film/Stereo
  • Estudio siete (1995/2016)
    Film/Stereo – UA
  • ...until... – version 5 (1974)
    für Klavier
  • L’orchidée d’Argent (1989)
    Pandora für Klavier
  • Resonancia Flautomatica (2008/2016)
    Version für Blockföte und Computer Software

mit Kristi Becker, Lucia Mense, Alan Fabian

Konzert 2

Kompositionen von befreundeten und assoziierten Künstler:innen und Musiker:innen, mit Werken u.a. von Ori Barel, Peter Behrendsen,Henning Berg, Marc Evans, David Gordon, Georg Hajdu, Hauke Harder, Hans W. Koch, Axel Lindner, Federico Llach, Dylan Meistrich, Nick Norton, Masahiro Miwa, Harald Münz, Roman Pfeifer, Robert HP Platz, Brandon Rolle, Ernstalbrecht Stiebler, Kevin Volans, Andreas Wagner, Muwon Heena Yoon, Walter Zimmermann.

mit Kristi Becker,  Marc Evans,Dahee Jeong, Dylan Meistrich, Annegret Mayer-Lindenberg, Arturo Uribe Portugal, Emanuel Wittersheim, Heena Yoon, E-MEX: Evelin Degen, Joachim Striepens, Burkart Zeller, Sprechbohrer

Konzert 3

Werke von Klarenz Barlow für Ensemble

  • Trio für violine, Mandoline und Klavier (1966)
  • pinball play (2010)
  • verhältnisse//für Melodieinstrumente (1974)
    Version 1 for Ensemble
  • Sachets des ciseaux insatiables (2002)
  • ...until… (1972 /1981)
    version 7 für Gitarre
  • Für Simon Jonassohn-Stein (2012)
  • Vinte e cinco anéis (2010)
  • )ertur( (2015)
  • ...until… (1972/2015)
    Version 10 für Kontrabass
  • Septima de facto (2006)

mit Ensemble Modelo62 (Den Haag)

Installationen - Videoarbeiten - Elektronische Stücke

  • ÇoGluotobüsisletmesi (1978)
    4-kanal – 30'
  • ƒLvXx$ (1992)
    2-kanal – 16'
  • vier ISIS-Studien (2003-2008)
    4-kanal – 4'
  • Reidosklopädie? Enzykloskoport? (1976)
    Film/2-kanal – 88'
  • Songbird's Hour (2011)
    1-kanal – 60'
  • Les Ciseaux de Tom Johnson (1998)
    Film/2-kanal – 3'
  • Zero Crossing (2001)
    Film/2-kanal – UA – 41'

 

Foto: Klarenz Barlow

Über BAR70W

38 Jahre hat Klarenz Barlow (geboren am 27. Dezember 1945 in Kalkutta/Indien) in Köln gelebt, studiert, geforscht, Software und Texte geschrieben, theoretisiert, Vorträge gehalten und gelehrt. Er hat die Initiative Musik und Informatik Köln – GIMIK ins Leben gerufen und nicht zuletzt ein reiches Œuvre mit Orchesterwerken, Kammer- und Vokalmusik, Elektroakustischen Stücken, Hörspielen, Installationen, Werken für Soloinstrumente, Player-Piano und Videoarbeiten komponiert. Durch seine Forschungen und Kompositionen hat er zahlreiche Komponisten/innen weltweit beeinflusst. Seit 2006 ist Klarenz Barlow Professor an der UCSB in Santa Barbara, Kalifornien.
Als Anerkennung der Pionierleistung von Barlow auf vielen Gebieten und nicht zuletzt seiner Bedeutung für das kulturelle Leben in Köln haben sich 2016 Musiker:innen, Organisationen und Institutionen zusammengetan, um das Symposium und Festival BAR70W zu konzipieren.

Barlow verwendet bereits seit den 1970er Jahren den Computer als Medium des Kompositionsprozesses und ist heutzutage weltweit bekannt für seine Forschungen im Bereich der Algorithmischen Komposition, der Sprach- und Klangsynthese und Vorreiter konzeptueller Kompositionsansätze. Unter den verschiedensten Quellen, aus denen Barlow Musik ableitet, nimmt die Linguistik eine prominente Stelle ein. So liegt es nahe, dieses Gebiet künstlerischer Forschung und vor allem Barlows Konzept der Synthrumentation (synthesis of speech or indeed any timbral sounds – but usually speech phonemes – through instruments) im Rahmen des Symposium „sounds and structures in music and language“, das am 10. Juli 2016 an der Universität zu Köln stattfindet, genauer in den Blick zu nehmen.
Die Tagung schlägt eine Brücke zwischen Neuer Musik und wissenschaftlichen Disziplinen wie der Linguistik und Phonetik. In der von Prof. Aria Adli und Dr. Doris Mücke organisierten Tagung referieren namhafte Linguisten wie James Kirby (Edinburgh) und Bodo Winter (Birmingham) und Komponisten wie Klarenz Barlow selbst, Peter Ablinger (Berlin) und Harald Münz (Köln).

Während des anschließenden Festivals vom 11.-12.07.2016 in der Alte Feuerwache werden repräsentative Werke des Schaffens von Klarenz Barlow zur Aufführung gebracht. Dabei handelt es sich zu einem großen Teil um Uraufführungen und Europäische bzw. deutsche Erstaufführungen. Das ganze Areal der Feuerwache wird bespielt: Installationen, Videoarbeiten und elektronische Stücke werden im Kino und Hof der Feuerwache und im ON-Büro gezeigt. Im Konzertsaal spielen am 11.07.2016  Kölner Musiker/innen Instrumentalwerke des Komponisten. Am 12.07.16 ist dort das Ensemble Modelo62 aus Den Haag unter Leitung von Ezequiel Menalled zu hören. In einem weiteren Konzert werden befreundete und assoziierte Künstler individuelle Reaktionen und Grüße in konzertanter Form beitragen. Neben zahlreichen Vertretern:innen der Kölner Komponistenszene werden Kollegen wie u. a. Walter Zimmermann, Barbara Heller und Kevin Volans ein Barlow gewidmetes Werk beisteuern. Nicht zuletzt werden sich die derzeitigen Studenten von Klarenz Barlow an der University of Kalifornia mit eigenen Kompositionen präsentieren.

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