reiheM präsentiert: Klangwart / Cheb Del Grande
Klangwart
wurde 1996 von Markus Detmermund Timo Reuber in Köln gegründet.
Die „Elder Statesmen des Neo-Krautrock“: Das Electronik-Duo Klangwart wurde von einem einfallsreichen Musikjournalisten nicht ohne Grund so bezeichnet, als er ihr Album „Transit“ vorstellte, das unter anderem im Bereich „Avant-Rock“ der Kritikerumfrage 2016 von The Wire zum Album des Jahres gewählt wurde. Die Bezeichnung ist der nachvollziehbare Versuch, eines der eigenständigsten Phänomene der elektronischen Musikszene in eine Kategorie zu fassen.
Passender wäre vielleicht die Bezeichnung „Under-Statesmen“, denn Minimalismus und Understatement sind zentrale Elemente des Klangwart-Projekts, das vor 30 Jahren vom Musiker und Autor Timo Reuber sowie vom DJ und Staubgold-Labelmanager Markus Detmer gegründet wurde. Alle paar Jahre erscheint das Duo scheinbar aus dem Nichts, veröffentlicht ein durchweg von der Kritik gelobtes Klangwart-Album, gibt ein paar Konzerte und verschwindet dann wieder. Das mag wie Harakiri wirken, da es allen gängigen Regeln des Musikmarkts widerspricht. Doch dahinter steckt eine tiefe Sehnsucht nach wahrhaftigem Ausdruck an der Grenze zwischen Avantgarde und Unterhaltung.
2014 reisten Klangwart in die kolumbianische Hauptstadt, um das Material für „Bogotá“ mit Protagonisten der lokalen Musikszene aufzunehmen: Damián Ponce (Schlagzeug), César Quevedo (Bass) und Eblis Álvarez (Violoncello), Mitgliedern von The Meridian Brothers, sowie den Sängerinnen Juanita und Valentina Áñez Rothmann alias Las Áñez. Das Ergebnis, 2019 bei Staubgold veröffentlicht, war der unverwechselbare Klangwart-Sound, durchzogen von einem lateinamerikanischen Puls und einer entsprechenden Tonalität.
Im Herbst 2026 werden Klangwart pünktlich zum 30-jährigen Bestehen ihr neues Album „Wildnis“ veröffentlichen. Neben Markus Detmer und Timo Reuber sind der französische Schlagzeuger und Saxophonist Sébastien Del Grande sowie bei der Cover-Version des Grauzone-Hits „Eisbär“ - hier: Os Polar - der katalanische Sänger und Multi-Instrumentalist Ivan Telefunken beteiligt. Live werden sich Klangwart als Trio mit Elektronik, Turntables, Saxophon und Percussion präsentieren
Cheb Del Grande
Der Saxophonist, Schlagzeuger, Pianist und Soundpainter Cheb Del Grande präsentiert sein multi-instrumentales Solo-Set – eine Klangreise zwischen freier Improvisation, Elektronik und Klangpoesie. Er absolvierte Ende der 90er Jahre eine Ausbildung in freier Improvisation bei Instants Chavirés und studierte Jazz bei Sunny Murray und John Betsch in Paris, wo er an der Seite von Bertrand Denzler und Rassul Siddick spielte. 2005 zog er nach Südfrankreich, um mit dem Avantgarde-Saxophonisten John Tchicai zusammenzuarbeiten und baute seine Kooperationen aus: mit dem Pionier der Outsider-Musik Pascal Comelade, der experimentellen Elektronik von Markus Detmer (Klangwart), dem psychedelischen Rock von Jack Of Heart, Performances mit der Dichterin Laura Vasquez und Filmkonzerten – „Der Golem“, „Les Vampires“, „ No Future‘ –, zu denen ein neues Projekt rund um Häxan hinzukam. Er leitet zudem das GORI, ein Ensemble aus neun Improvisatoren, und nutzt Soundpainting als Werkzeug für kollektives Schaffen.
Eintritt € 15,-/10,- (nur AK)
reiheM Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien – Köln wird veranstaltet von Mark e.V. und gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln